(Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
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Hier finden Sie folgende Themen:
*Allgemeines zum Trauma;
*Peak-Performance-EMDR, EMDR bei Schmerzen; EMDR bei Allergie
*Was passiert bei EMDR? Wie läuft es ab?
*Begleitende Maßnahmen: Stabilisierungsübungen; Biofeedback;
*Sport- und Bewegungstherapie in der Traumabewältigung;
*Berufsunfall - was ist zu tun?
Allgemeines zum Trauma
Sich mit schlimmen, aber vergangenen Erlebnissen auseinander zu setzen scheint sinnlos zu sein, denn jeder weiß: Am liebsten denkt man nicht mehr an schreckliche Dinge. Dann stören sie einen nicht weiter. Stimmt das wirklich?
Leider nein. Im Gegenteil. Je mehr versucht wird, den Erinnerungen auszuweichen, umso drängender schieben sie sich als Blitzlichter, Erinnerungsfetzen, kurze heftige Gefühlsausbrüche in die Gegenwart hinein, so als würde das alles gerade eben passieren. Auch wenn die Erlebnisse Jahre und Jahrzehnte zurückliegen, reicht ein kleiner Auslöser und – zack – sind die Gefühle und Bilder wieder da.
Besonders schlimme Erinnerungen wird man nicht so leicht los, aber mit EMDR kann die Koppelung der Erinnerung an heftige Gefühle aufgelöst werden. So dass es irgendwann gelingen kann, an schwerwiegende, kränkende belastende Ereignisse zu denken, ohne sich immer wieder in einem Gefühlschaos wieder zu finden.
Die unwillkürliche und unmittelbare Störung durch alte, immer wieder schmerzhafte Erinnerungen zu durchbrechen kann sehr entlastend und beruhigend sein, ohne dass man das Geschehene ungeschehen machen könnte.
Das Verfahren wurde anfangs nur für die ganz schlimmen Erlebnisse angewandt. Mittlerweile wird es erfolgreich auf sehr störende (aber nicht im eigentlichen Sinne traumatische) Kränkungen, Enttäuschungen od.ä. sowie Schmerzerlebnisse und Allergien erweitert.
* Peak-Performance-EMDR: Vom Trauma zum Triumph. Das klingt plakativ und dennoch: Der Karriereaufstieg wird oft durch vergangene Erlebnisse blockiert. Das muss nicht sein. Schon mit einigen EMDR-Sitzungen lassen sich Hemmnisse erfolgreich aus dem Weg räumen.
* EMDR bei Schmerzen: Viele Schmerzen sind mit Verletzungen gekoppelt, körperlichen oder seelischen. Ein spezielles Vorgehen hilft, die psychische Komponente des Schmerzes zu entkräften.
* EMDR bei Allergie: Im Verständnis des EMDR handelt es sich bei Allergien um eine "Phobie" des Immunsytems, die psychisch sehr stark beeinflussbar ist. Man denke nur an Heuschnupfenanfälle beim Anblick von Wiesenbildern. Beim Allergie-EMDR aktiviert und behandelt man Erinnerungen an schlimme unangenehme Allergieanfälle und sorgt für eine Verarbeitung und damit für eine Beruhigung der Allergie-Antwort.
EMDR ist keine Gesprächstherapie. Während der Sitzung werden Sie dazu ermutigt, wenig zu reden. Wichtig ist nur, den Prozess in Gang zu halten. Es gilt das allgemeine Prinzip: Weniger ist mehr! Uns ist wichtig, dass Ihr Prozess läuft. Wir werden Sie gelegentlich unterbrechen, um Sie zu fragen, wo Sie sind. Sie geben dann eine verkürzte Version dessen, was geschehen ist. Eigentlich müssen Sie inhaltlich gar nichts Genaues mitteilen, wenn es für Sie peinlich ist oder es sich um vertrauliche Themen handelt. Besonders gravierende Ereignisse werden zu unser aller Schutz eher nur angerissen, es reicht für den EMDR-Prozess, wenn Sie das Bild/ die Situation vor Augen haben und Gefühle hoch kommen lassen.
Bei einzelnen Traumatisierungen durch eines oder wenige Ereignisse sind in der Regel nur ein paar reine EMDR-Sitzungen nötig. Je heftiger die Gefühlsaktivierung durch Auslöser ist, umso leichter erreicht man die Thematik und kann die Verarbeitung anstoßen.
Bei vielfach und anhaltend traumatisierten Menschen ist immer eine begleitende psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung nötig, die EMDR-Sitzungen finden im Rahmen eines Gesamtkonzeptes statt. Hierbei werden meist deutlich mehr Sitzungen nötig, um Effekte zu erzielen. Der Erfolg allerdings ist dann nachhaltig und häufig sehr erfreulich, weil Altes endlich einmal alt sein darf und losgelassen werden kann. Viele Patienten beschreiben dies als erleichternd und befreiend.
Begleitend bieten wir Stabilisierungsübungen an, die mit Hilfe sog. innerer Bilder darin unterstüzten, den inneren Abstand zum Geschehenen zu vergrößern. Dies ist bei sehr belastenden Ereignissen oft noch vor der eigentlichen EMDR-Therapie oder parallel dazu nötig (je nach Einzelfall).
Begleitend bieten wir Biofeedbacktrainings zur Symptomkontrolle des häufig bei einer Traumatisierung auftretenden "Hyperarousals" (= andauernde Stressreaktion) an, womit Hilfe zur Selbsthilfe geschult wird. Dieses Wiederfinden einer "Selbstwirksamkeit" ist für viele Traumatisierte ein Aha-Erlebnis.
Alle hier vorgestellten Maßnahmen werden nicht von Krankenkassen übernommen. Die Berufsgenossenschaften genehmigen EMDR und begleitende Maßnahmen in der Einzelfallentscheidung.
Sport- und Bewegungstherapie in der Traumabewältigung
Ein Großteil der Traumaerlebnisse wird als Körpergefühle erinnert. Zum Beispiel eine in der schlimmen Situation erlebte Atemnot zeigt sich immer bei Erinnerungen an das Erlebnis, an das Entsetzen. Häufig läuft dies unbewusst ab, so dass erst in der Therapie ein Zusammenhang zwischen dem Trauma und heute (scheinbar aus heiterem Himmel) auftretender Atemnot erkennbar wird. Die gezielte Bewegung in der Sporttherapie verschafft Zugang zum Normalen an Ihren Körperreaktionen, schult Ihre Selbstwahrnehmung über Bewegung, unterstützt Sie, den eigenen Körper (wieder) anzunehmen, handlungsfähig zu sein, körperliches Wohlbefinden zu erleben.
Auch Shiatsu kann den Weg zurück zum eigenen Körper ebnen, das Wahrnehmen wieder in "normale" Bahnen lenken und gleichzeitig die Gefühlswelt mit dem Körper versöhnen.
Berufsunfall - was ist zu tun?
Menschen, die auf dem Weg in die Arbeit oder am Arbeitsplatz Schlimmes erlebt haben, können unter bestimmten Bedingungen von der Berufsgenossenschaft zu uns zur EMDR-Traumatherapie geschickt werden. Der Unfall muss dafür unbedingt an die Berufsgenossenschaft gemeldet worden sein. Wenn nun nach dem Ereignis Betroffene nicht mehr ruhig schlafen, die Situation immer wieder ungewollt durchleben müssen, dauernd schreckhaft, reizbar oder depressiv sind, kann eine spezifische Trauma-Therapie notwendig werden, um weitere Folgen einer krankhaften Entwicklung zu vermeiden.
Frühzeitige Behandlung von psychischen Symptomen nach traumatischen Erfahrungen kann dazu beitragen, einer krankhaft chronischen Entwicklung vorzubeugen. Meist benötigt man dafür relativ wenige Stunden im Vergleich zu der langwierigen Behandlung chronischer Folgen.